Denkmal soll an die Wende 89 in Rostock erinnern

wende 1989 in rostock

Herbst 1989 in Rostock, Mahnwache vor der Marienkirche. Foto: Roland Hartig

Die Rostocker Grünen sprechen sich anlässlich des morgigen Tages des Denkmals dafür aus, mit einem Denkmal an die friedliche Revolution 1989 in Rostock zu erinnern. Dazu erklärt der Sprecher des Rostocker Kreisverbandes BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Johann-Georg Jaeger: 

„Wir erinnern in Rostock zu Recht mit vielen Denkmälern an die Opfer von Terror und Gewalt. Der gewaltlose Sturz einer Diktatur als positives und verbindendes Element für unsere Stadtgesellschaft sollte aber ebenso Teil der Erinnerungskultur werden. Dies hilft, nicht zu vergessen, dass Zehntausende Rostockerinnen und Rostocker vor 25 Jahren den Mut aufbrachten, für demokratische Rechte wie Meinungsfreiheit und freie Wahlen einzustehen, die für uns heute selbstverständlich sind. Für uns Bündnisgrüne ist dies ein besonderes Anliegen, weil viele unserer Mitglieder ihre politischen Wurzeln in der Bürgerrechtsbewegung haben. Über die Form des Gedenkens wünschen wir uns eine offene Diskussion und breite Beteiligungsmöglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger. Dies könnte zum Beispiel ein Kunstwerk im öffentlichen Raum sein, möglich wären auch - wie zum Beispiel in Neuruppin eine Reihe kleinerer Erinnerungstafeln an Orten wichtiger Wendeereignisse oder gänzlich andere Ideen.“ 

Aus seiner Sicht habe es in der Wendezeit 1989/90 in Rostock und Umgebung zahlreiche Ereignisse gegeben, die im kulturellen Gedächtnis der Stadt bewahrt werden sollten: 

„Dies sind natürlich die Rostocker Friedensgebete, unter anderem mit Joachim Gauck, und die anschließenden Donnerstagsdemonstrationen sowie die Besetzung der Rostocker MfS-Bezirksverwaltung am 4. Dezember. Hierzu zählt aber auch die Entdeckung und erzwungene Öffnung des Waffenlagers der IMES GmbH in Kavelstorf bei Rostock am 2. Dezember durch Bürgerinnen und Bürger. Es hat seinerzeit das gesamte Land schockiert, dass der geheime Bereich «Kommerzielle Koordinierung» der DDR-Außenwirtschaft unter Leitung von Stasi-Offizier Alexander Schalck-Golodkowski für Devisen nicht nur mit NS-Devotionalien handelte, sondern auch heimlich Waffen und Sprengstoff in Krisengebiete verkaufte - nicht selten an die gegnerische Konfliktparteien gleichzeitig. Nicht zuletzt war Rostock auch die einzige Großstadt in der DDR, die bis zu den ersten freien Kommunalwahlen im Mai 1990 mit Christoph Kleemann einen Bürgerrechtler als kommissarischen Oberbürgermeister einsetzte. Der amtierende Bürgermeister Henning Schleiff (SED) hatte auf Druck des Runden Tisches und vieler Demonstranten zurücktreten müssen, nachdem der Rat der Stadt heimlich ehemalige MfS-Mitarbeiter als Lehrer in Schulen einsetzen wollte.“

Video mit ES IST DIE ZEIT bei Youtube

HomeFotoalbumPinnwandKontakt © Roland Hartig 2014 - 2017